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Subject: A Handful of Stars - German Review rss

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Ralph L
Germany
Stuttgart
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A Handful of Stars ist ein episches Spiel der Erforschung und Eroberung des Weltraums für zwei bis vier Spieler und dauert etwa 120 Minuten. Es ist daher sehr viel überschaubarer und kürzer als andere 4X-Spiele wie Twilight Imperium oder Eclipse aber trotzdem in seiner Komplexität nicht zu verachten...



Hintergrundgeschichte


Es ist an der Zeit, dass sich die Raumfahrerrassen des Voltaren Arms wieder mit ihren eigenen entfernten Kolonien vereinen und das wieder zusammenbringen, was über die letzten Generation verloren wurde. Große Flotten begeben sich nun auf Missionen, um ihre Imperien wiederherzustellen und dabei jene Sternensysteme zu erobern, die gerade im Weg sind.

Deine Herausforderung besteht darin, eine der sieben Rassen des Armes zu führen, um dein Imperium zu konsolidieren und in neue Welten einzudringen. Du musst Schiffe bauen, neue Technologien erforschen, langfristige Strategien planen und deine Widersacher aus dem Weg räumen.

Spielaufbau / Spielart



Der Spielaufbau ist unglaublich variabel. Die Systeme und deren Verbindungsbrücken werden bei jedem Spiel neu verteilt. Die Spieler beginnen alle dicht beieinander auf dem Spielfeld. Das bedeutet, dass das Spiel quasi sofort mit "Phase 2 - Konflikt" beginnen kann und man nicht mehrere Runden erstmal gemütlich in seiner Ecke der Galaxie vor sich hinbauen und aufrüsten kann. Die sorgt gleich früh für spannende Situationen und verkürzt die Spieldauer enorm.

Das Spiel ist ein Deckbuilder, bei dem sich das anfängliche Kartendeck jedes Spielers deutlich voneinander unterscheidet. Es beinhaltet fraktionsbasierte Technologien, verschiedene Planeten, von denen der Spieler startet und mehr. Trotz dieses variablen Setups ist das Spiel und seine Aktionen sehr ausgewogen und es ist interessant zu sehen, welche Stärken die anderen Spieler während des Gameplays haben - weil sie Stärken sind, die man ebenfalls irgendwann haben könnte, wenn man auch über Investition in Technologieforschung an sie rankommt. Ich mag diesen Ansatz der dynamischen Asymmetrie sehr viel mehr als den statischen da er sich insgesamt natürlicher und fairer anfühlt.


Spielablauf

Man hat immer einen Satz von 6 Karten auf der Hand mit denen man verschiedene Aktionen während seines Zuges durchführen kann. Das können sein: Planeten kolonisieren, Flotten aufbauen, sich auf der Karte bewegen und Forschung betreiben.

Was man in seinem Zug tatsächlich tun kann, wird durch die verfügbaren Ressourcen der schön designten Kartensätze definiert. Diese können sein: Macht, Materie, Bevölkerung, Forschung. Für einzelne Aktion muss man eine bestimmte Kombination von Ressourcen bezahlen, indem man die Karten ablegt. So bezahlt man z.B. bei der Kolonisierung eines Planeten logischerweise mit "Bevölkerung". Baut man Schiffe benötigt man 1 Macht und 1 Materie.
Jeder kolonisierte Planet gibt dir eine neue Karte, die dir mehr Ressourcen und Siegpunkte gibt, aber gleichzeitig die "Bürokratie" deiner Hand erhöht, das Deck dicker macht und die Zeitspanne verlängert, wenn bestimmte Karten wieder in die Hand kommen.



Zusätzlich kann man weitere Technologiekarten kaufen, die einem noch mehr Möglichkeiten eröffnen. Es ist auch toll, dass die meisten Technologiekarten unglaublich stark und variabel sind und gleichzeitig thematisch sind. Warum nicht ein neues schwarzes Loch auf der Karte erstellen, das die Bewegung blockiert? Oder warum nicht einen Teil deiner Bevölkerung im Kampf zu "Kanonenfutter" zwingen, indem Sie Ihre Bevölkerung während eines Angriffs als Macht-Ressource nutzen?

Im Deckbuilder-Genre würde ich dies als 'Advanced Deckbuilder' kategorisieren. Dies bedeutet, dass Spieler eine Vielzahl von Optionen haben, um ihre Hand zu beeinflussen und die klassische chaotische Natur von Deckbuildern zu verringern. Du kannst Karten für zukünftige Turns in eine Reserve legen, beliebig viele Karten ablegen und eine Karte als Aktion dauerhaft aus deiner Hand entfernen (ohne eine Karte zu benötigen, die dies wie bei anderen Deckbuildern ermöglicht). Ungenutzte Karten bleiben auch am Ende des Spielzuges in deiner Hand, wodurch es möglich ist wundervolle Kombinationen zu bilden und zu faszinierenden Kurven aufzubauen. Dieses Spiel gibt einem buchstäblich die Kontrolle, die in anderen Deckbuildern fast völlig fehlt.



Dieses Spiel sorgt für ein unglaublich enges Gefühl a la 'Messerkampf in einer Telefonzelle'(für euch alte Leute, die immer noch wissen, was eine Telefonzelle ist). Jede Art von Ein“igeln“ ist praktisch unmöglich oder uneffektiv, da das Territorium zu groß ist (oder momentan zu groß ist), um es von allen Seiten zu schützen, was zu interessanten Risikoentscheidungen führt. Gleichzeitig ist es möglich, die Wurmlochtechnologie zu erforschen, die das Brett noch mehr öffnet und einem erlaubt dem Gegner in den Rücken zu fallen.

Das Kampfsystem ist dynamisch und leicht episch angehaucht. Der Kampf wird während des Zuges abgewickelt. Das bedeutet, dass Karten im Kampf nur von dem Vorrat stammen können, was die Spieler zu der Zeit in ihren Händen haben, was eine intelligente Vorbereitung auf den Kampf erfordert und man dieses Gefühl des "kalten Krieges" immer im Auge behalten muss. Ausserdem werden auch dem Sieger der Schlacht immer Einheiten zerstört, was die Flotte immer weiter ausdünnt und Nachschub erfordert. Macht Sinn...nur weil man Sieger ist bedeutet dies ja nicht, dass es nicht auch zu Verlusten kam. Das ist faszinierend und verändert das Spielverhalten wirklich, weil man nicht einfach nur eine dicke Flotte bauen braucht und dann meint durch die Galaxis mähen zu können..

Spielende

Das Spiel ist vorbei, wenn die Spieler ihre Decks x abhängig von der Anzahl der Spieler neu gemischt haben. Dies gibt dem Spiel einen definitiven Endpunkt, aber gleichzeitig können Spieler beeinflussen, wann es passiert, basierend darauf, wie sie spielen. Da es möglich ist, dein Deck auszudünnen oder an mehreren Kämpfen teilzunehmen und viele Karten zu verwenden, liegt das Tempo des Spiels vollständig in den Händen der Spieler, was dem Spiel eine zusätzliche Dimension verleiht, indem es strategische Breite mit der taktischen Tiefe der Deckbuilder verbindet.

Komponenten

Die Spielkomponenten lassen ein wenig zu wünschen übrig. Einige Token haben nur eine Seite gedruckt (was sich nicht auf das Gameplay auswirkt, es sticht einfach heraus und war scheinbar eine Budgetentscheidung). Das Spiel hat auch keinen Plastikinhalt, was bedeutet, dass Raumschiffe nur Pappmarken sind. Ich plane Schiffe und Raumstationen mit Eclipse-Schiffspaketen zu ersetzen, um mehr Flair und Wertigkeit ins das Spiel zu bringen.

Das Regelwerk ist leider ziemlich durcheinander. Es ist seltsam, wie Informationen im Regelwerk dargereicht werden, da einige Dinge in einem allgemeinen Überblick über das Gameplay erwähnt werden und dann nicht nochmal an der Stelle wo es Sinn machen würde. Abhilfe schaffen hier die gut gemachten Zusammenfassungen hier auf BBG.

Fazit



A Handful of Stars ist zwar "nur" ein Deckbuilder, aber was für einer. Er zwingt dich dazu, dein Glück und Pech immer völlig unter Kontrolle zu haben und es ist mit Abstand der strategischste Deckbuilder, den ich jemals gespielt habe.

Das Spiel ist sicherlich nicht für jedermann geeignet. Für einen Deckbuilder ist es immer noch etwas lang und komplex und es ist ja immer noch ein 4X-Spiel mit taktischen Eroberungsschlachten. Für weniger erfahrene Spieler schwer zu erklären, und obwohl man eine große Kontrolle über sein Deck hat, haben Entscheidungen, die man trifft ein "langes Leben", so dass Fehler, die früh im Spiel begangen werden in späteren Runden nicht einfach behoben werden können.

Fantastischer Geheimtipp! Wenn man irgendwie an das Spiel rankommt (Spiel gibt es eigentlich nur über Import aus England und Verlag hat eigentlich die Tore geschlossen; aber versucht es mal über SpiralGalaxies) auf jeden Fall empfehlenswert, wenn man Lust auf ein 4X-Spiel hat, das mal nicht 5-9 Stunden dauern soll. Hallo Eclipse und Twilight Imperium



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